Aus RaubfischWiki
Hier entsteht eine Ecke für diejenigen, die entweder völlig neu in der Haltung spezieller Arten sind oder gar für Menschen, die noch gar nichts mit Aquaristik am Hut hatten...
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Als Aquaristik Laie sofort Raubfische?
Mag für den ein oder anderen bemfremdlich klingen, aber: Es gilt nicht nur in Sachen Aquariengröße: "Je größer das Becken, desto leichter ist es aufrecht zu erhalten." Selbiges gilt auch für die meisten Fische. Größere Fische sind weitaus robuster. Viele Fische, die hier unter "Leicht" zu finden sind, sind nicht selten so robust, dass ein eigentlicher Standartfisch wie der Neon dagegen als schwierig eingestuft werden müsste. Aber: Auf dieser Seite finden Sie sowohl sehr unkomplizierte Arten, als auch jene, die nur jeder 10. erfolgreich halten konnte.
Der Graben dazwischen ist doch relativ groß. Wenn Sie sich als Aquarianer mit sehr wenig Erfahrung direkt an selten gepflegte Fische ranwagen wollen, so können Sie dies theoretisch machen. Nach ausreichender Vorabrecherche wird es vermutlich weitgehend einfacher sein, doch je nach Auswahl der Fische, werden sie wohl einige aquaristische Grundlagen nicht lernen, die jedoch bei vielen Standartfischen einfach dazu gehören. Pflegen sie z.B. einen recht einfach zu haltenden Hoplias malabaricus, so gewöhnen Sie sich womöglich daran, dass ihr Mitbewohner es nicht so ernst mit vergessenen Wasserwechseln, starken Temperaturschwankungen oder miesen Wasserwerten nimmt. Dennoch sollten Sie alles daran setzen, den Tieren die optimalen Bedingungen zu bieten. Aber ein solches Tier nimmt auch gröbere Fehler oft nicht übel.
Desweiteren ist der Umgang mit großen Fischen einfach ein anderer, als mit sehr kleinen. Der aquaristische Einstieg mit Raubfischen oder anderen Exoten ist sehr zwiespältig und bedarf einem kompetenten Background, ist jedoch nicht weiter schwierig. Wenn Sie einfach viele Erfahrungen mit leichten Arten sammeln, sich durch gute Bücher (die es leider quasi gar nicht für unsere Thematik gibt... :-( , aber für das aquaristische Basiswissen) weiterbilden, dann steht dem nichts im Wege.
Oder Sie nehmen den Einstieg wie ich persönlich über ein typisches Anfängerbecken mit etwas untypischen Besatz. Glaswelse und dazu vielleicht einen kleinen Stachelaal. Damit hat es zumindestens bei mir vor über 10 Jahren angefangen...
"Raubfisch Jargon"
Komische Aquarianer - Deutsch
Deutsch - Komische Aquarianer ;-)
Hier finden sie eine Übersicht über Formulierungen, Phrasen etc., die für einen Laien anfänglich nicht vollkommen klar sein dürften. Wenn Sie also über die ein oder andere Formulierung gestoßen sind, können Sie hier nachschauen, wie dies etwa im Jargon gemeint ist. Für Fremdwörter lege ich Ihnen jedoch den Glossar zu Herzen.
- Normaler/Neutraler Nitratwert -> Ein Nitratwert, der über das durchschnittlich erträgliche Maß nicht hinausgeht, rund 20-40mg/L
- Keine besonderen Wasseransprüche -> Heißt nicht, dass Sie diesen Fisch in jedes Wasser setzen können. Extreme sollten dennoch vermieden werden. Dazu zählen ein PH Wert <6,5 / >7,6, ein Nitratwert jenseits von 50mg/L etc. . Unbehandeltes Leitungswasser in Deutschland weist meist diese Mitttelwerte auf und kann demnach ohne "Panschen" verwendet werden.
Geeignete Arten
Es gibt sicherlich eine Vielzahl an Arten, die man einem Anfänger getrost zutrauen kann. Die Frage, die sich jedoch gleichzeitig stellt ist: Kann man überhaupt einige Arten als Anfängerarten bezeichnen? Wohl immer ein recht schwieriger Ausdruck.
Ich stelle Ihnen hiermit Arten vor, die generell keine großen Schwierigkeiten in der Haltung bereiten und nach meiner Auffassung den ein oder anderen "Fehler" verzeihen würden. Es ist jedoch generell so, dass ein großer Fisch so oder so mehr verzeiht, als ein kleiner. Es ist also nicht nur so, dass ein größeres Aquarium leichter zu pflegen ist, nein auch größere Fische sind im allgemeinen einfacher zu pflegen, wenn man deren Platzansprüche mal außer Acht lässt...
Welche Arten sind für Anfänger geeignet?
Generell sind natürlich sämtliche Arten, die sich in der Kategorie "Sehr Leicht" befinden, für Anfänger geeignet. Wenn Sie bereits Aquarianer sind, so wären darüberhinaus aller Wahrscheinlichkeit nach auch Arten der Kategorie "Leicht" für Sie geeignet.
Anders eingeordnete Arten empfehle ich lieber eingefleischten Aquarianern (Mittel), Aquarianern, die sehr viel Erfahrung besitzen (Schwer) und jenen, die "echte Freaks" sind ;-) bzw. sich selbst größter Herrausforderungen stellen können (Sehr Schwer).
Die Frage nach der Beckengröße
Der Frage zur Mindestbeckengröße stehe ich immer sehr kritisch gegenüber. Vielfach starten Leute mit gesundem Menschenverstandin die Aquaristik mit dem Gedanken, dass gar Fische über 50cm nicht für die Aquarienhaltung gedacht wären. Eine solche Aussage lässt sich jedoch definitiv als eine Aussage eines Aquarianers deuten, der keinerlei Ahnung von der Materie hat. Denn, ob letztlich Fische mit 15cm, oder Fische mit 50cm in einem entsprechenden Aquarium gehalten werden; Wenn die Beckengröße stimmt, gibt es einfach keine Grenze nach oben. So ist auch der größte Süßwasserfisch der Welt, Arapaima gigas kein unhaltbarer Traum, sondern in entsprechenden Becken (natürlich 5-stellige Literzahl) ein realisierbarer Wunsch.
Die "Mindestbeckengröße" hängt vor allem nur geringfügig von der Größe der Fische ab. Der weitaus wichtigere Punkt ist das Verhalten der Tiere. Hektische Vielschwimmer benötigen verhältnismäßig natürlich weitaus größere Becken. Hingegen ist es trägen Lauerräubern gänzlich egal, wie viel Platz sie im Becken hätten, der interessiert sie eh nicht.
Desweiteren möchte ich niemanden vorschreiben, was er seinen Pfleglingen zumutet. Daher gibt es in diesem Wiki auch nur spärlich konkrete Angaben mit Zahlen. Um nun wieder auf den Anfangsgedanke zurückzukommen, dass man zu Anfang ein großes Augenmerk auf die Beckengröße legt, kommt nun der Aquarianer, der bereits einiges an Erfahrung und Beobachtungen gemacht hat. Der relativiert solche Auffassungen meistens, da er eben weiß, wie sehr das Verhalten der Fische den Platzbedarf bestimmt.
Ich für meinen Teil halte den Platz für viele Fische daher eher zweitrangig und nenne daher das Mindestmaß mit einem gesunden Menschenverstand, der weder übertrieben, noch gänzlich untertrieben wäre.
Lange Rede kurzer Sinn: Im folgenden Abschnitt folgt nun eine Liste von "Sehr Leicht"-"Leicht" zu haltenden Tieren, kategorisiert nach ihrer Mindestbeckengröße, anhand von Standartbecken. Natürlich können viele dieser Arten auch bei anderen Maßen gepflegt werden. Dass die meisten Welse nicht unbedingt ein 60cm hohes Becken benötigen, sollte klar sein. Dennoch steht den meisten nunmal vor allem nur ein Standartbecken zur Verfügung, weshalb diese Auflistung einen etwaigen Überblick auf den Wunschfisch bieten kann.
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in Österreich sind Becken unter 54l sogar laut TierSch.Gesetz verboten... ;-). Im RaubfischWiki kümmern wir uns eher um Arten, die man noch "mit dem bloßen Auge erkennen" kann *g*...
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Tetraodon suvatti, Einzeln
Pseudopimelodus bufonius, Einzeln
Channa gachua, nicht alle Fundortvarianten, C. orientalis, (alle Arten paarweise)
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Erythrinus sp., Einzeln
Tetraodon miurus, Einzeln
Polypterus senegalus senegalus, P. palmas palmas, P. palmas polli, P. buettikoferi, P. delhezi,
Ctenopoma acutirostre, C.kingsleyae
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Polypterus weeksii, P. mokelembembe
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Polypterus teugelsi, P. ansorgii
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Polypterus ornatipinnis, P. endlicherii endlicherii, P. bichir lapradei
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Lepisosteus oculatus, L. platyrhincus
Sorubim lima (besser mehr Tiefe)
Datnioides microlepis, D. pulcher
Diese Liste wird ständig erweitert/bearbeitet, Letzte Aktualisierung war: --Mike Schmidt 19:40, 7. Sep. 2009 (UTC)
Wenn es um Räuber geht, geht es ums Fressen!
Wenn Sie Raubfische halten möchten, kommen Sie um eines der Hauptthemen einfach nicht vorbei: das richtige Futter.
Dabei gilt es als erstes klarzustellen, dass Sie natürlich dafür nicht eben eine Dose Flockenfutter aus dem Zooladen mitnehmen werden. Die Hauptnahrung sind tiefgefrorene Produkte. Dazu sollten Sie sich unbedingt eine Zange bzw Futterpinzette zulegen, um Ihre Pfleglinge möglichst gezielt zu füttern. Desweiteren sollten Sie einen größeren Messbecher o.ä. speziell zum Auftauen des Futter parat haben. Das Auftauen kann ganz normal mit heißen Wasser geschehen, doch das Tauwasser sollten Sie im Becher behalter ;-) .
So lauten die "Basics" der Raubfischfütterung, die selbstverständlich erscheinen sollten. Spannender wird es sicherlich bei der Frage, was Sie und wie oft Sie ihren Tieren etwas geben sollten.
Die Frage nach dem "Was" lässt sich mit einem Gang in die Tiefkühlabteilung eines Supermarktes beantworten. Sollten Sie die Möglichkeit haben einen Großhandel wie Ratio oder Metro besuchen zu können, sollten Sie dort ihr Fischfutter kaufen. Es lohnt sich! Als Standartfutterfisch hat sich in der Aquaristik der Stint etabliert. Bei guten Zooläden bekommen Sie diesen auch in Tüten verpackt und nicht als umständlichen Block. Stinte werden von sehr vielen Räubern gerne genommen und sind sehr gute Futterfische. Darüberhinaus kann auch zurechtgeschnittenes Fischfilet verwendet werden. Hier sollten Sie jedoch schauen, was Sie nehmen. Pangasius Filet ist beispielsweise mit Antibiotika u.ä. belastet und sollte nicht verfüttert werden. Nebenbei würde ich persönlich das auch nicht essen...
In Maßen sind außerdem Sardellen eine gute Ergänzung. Desweiteren gibt es noch eine Vielzahl weiterer Frostfuttersorten, die Sie im eben erwähnten Discounter erwerben können: (Cocktail)shrimps, Garnelen, Miesmuschelfleisch etc. Wichtig ist, dass Sie die Packung genau studieren und schauen, was genau den Tieren zugesetzt wurde. Es versteht sich von selbst, dass gewürzte Produkte absolut Tabu sind. Allerhöchstens Salz darf in Spuren vorhanden sein. Ansonsten sollten Sie vorwiegend natürliche Produkte nehmen.
Lebendfutter ist für die meisten sicherlich nur Luxus. Der Aufwand und der Preis sind zu hoch, als dass es möglich wäre unsere Pfleglinge dauerhaft "lebend zu ernähren". Insbesondere Versuche einer Guppyzucht sind zwecklos, denn dafür wären zich Becken von Nöten. Sinnvoller ist es ab und an Lebendfisch zu kaufen.
Dabei können Sie alles nehmen, was fressbar ist. Giftige und Fische mit gefährlichen Brustflossen (viele Welse) sollten natürlich nicht verfüttert werden. Standartfische wie Golfische werden zwar gerne genommen, sind jedoch als Standartfutter umstritten, da sie Thiaminase enthalten, ebenso wie Stinte. Einen Artikel dazu finden Sie z.B. hier.
Wie jedes Futter sollte immer in Maßen gefüttert und vor allem abwechslungsreich gefüttert werden.
Ein sehr günstiger Futterfischfür kleine Fische sind z.B Zebrabärblinge, mit deren Geschwindigkeit Lauerräuber jedoch ihre Probleme haben könnten, wenn das Becken zu groß ist.
Ein anderes etabliertes Lebendfutter sind Regen- bzw Tauwürmer, auf die fast jeder Fisch steht. Die können Sie auch einfach im Garten selbst ausgraben und an ihre Pfleglinge verfüttern.
Herbivore Fische fressen allerlei pflanzliches, wie Salatblätter, Gurke, Erben etc. Um herauszufinden, was Sie solchen Fischen alles geben können, reicht ein kurzer Blick bei Google nach der Suche für Harnischwels Futterplänen. Viele Harnischwelse sind ebenfalls ausschließlich herbivor, weshalb es durchaus ausführliche Listen zur Fütterung von Grünfutter gibt.
Für insektivore Fische (und nicht nur unbedingt für diese!) können Mehlwürmer, Zophobas, Grillen und viele andere terrarientypische Futtertiere gefüttert werden.
Als Wurmstandartfutter sind definitiv rote Mückenlarven zu nennen. Aber auch hier sollten Sie es in Maßen versuchen und immer eine gute Mischung beachten. Mückenlarven Tafen finden Sie in jedem Zoofachgeschäft. Hier sollten Sie jedoch nicht sparen und ruhig die etwas qualitativeren Larven kaufen, da sehr billige manchmal belastet sein können bzw aus sehr "bescheidenen" Lebensräumer stammen... Auch weiße Mückenlarven werden von vielen Fischen gerne genommen. Weiße Mückenlarven schwimmen im Gegensatz zu roten oder Tubifex mit der Strömung mit und sind daher für Fische interessant, die schlecht an totes Futter zu gewöhnen sind.
Gewöhnung an Frostfutter ist dabei ein gutes Stichwort: Das gelingt nämlich manchmal recht zögerlich und ist eine Sache, die sicherlich etwas Geduld und vielleicht auch Können dem Aquarianer abverlangt. Besonders viele Raubwelse, Knochenhechte und Raubsalmler gehen zu Anfang oft nicht an Frostfuttersorten und akzeptieren nur Lebendfisch oder lebende Garnelen, die Sie selbstverständlich ebenfalls verfüttern können.
Um solche Problemfälle ans Fressen zu gewöhnen gibt es einige Tricks, die Sie probieren können. Aber wundern Sie sich nicht, wenn es schonmal einige Wochen dauert, bis die Tiere ans Futter gehen. Wenn es sich nicht gerade um völlig ausgehungerte Tiere handelt besteht nach 3 Wochen Futterpause noch keinerlei Lebensgefahr. Meist wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Frostfutter gehen dann umso größer. Zögern Sie daher bei gesunden Tieren ruhig die Lebendfutter Fütterung hinaus, wenn Sie das Tier an Frost gewöhnen wollen.
Eine etwas ungewöhnliche, aber oft effektive Methode ist die Möglichkeit mit einem Laserpointer (den die meisten Fische als Beute ansehen) auf einen in der Strömung treibenden Stint, Shrimp oder was auch immer zu zielen. Insbesonders Knochenhechte schnappen gerne nach den Punkten. Hat er dann gerade nach dem Stint geschnappt, auf den man gezielt hat, hat man vielleicht das Glück, dass er diesen dann frisst. Diese Angewöhnung benötigt jedoch etwas Übung und lässt sich meist als eine der letzten ausprobieren.
Eine Möglichkeit, die immer klappt, ist es die Strömung im Becken stark zu erhöhnen, so dass das Frostfutter sich durch die Strömung fast von alleine bewegt. Oft erkennen die Räuber dann nicht mehr den Unterschied zwischen lebendigem und totem Futter.
Wenn Sie gezielt mit einer Pinzette Bewegungen nachahmen wollen, sollten Sie beachten, dass die Fische meist bemerken, wenn Sie unnatürliche Bewegungen machen. Ein zappelnder Fisch in einer Pinzette wird selten probiert. Hingegen ein gleichmäßiges Gleiten mit dem Futterfisch an der Pinzette schon eher die Aufmerksamkeit der Räuber auf sich zieht.
Hier liegt es an Ihnen: Beobachten Sie genau, wie die Tiere auf die einzelnen Futtersorten, die Bewegungen usw. reagieren und stimmen Sie Ihr Verhalten darauf ab.
Nun zum letzten wichtigen Thema in Sachen Fütterung: Die Frage nach der Häufigkeit, in der Sie ihre Pfleglinge glücklich machen sollten ;-). Wichtig ist da immer: Weniger ist mehr! Füttern Sie die Tiere nicht jeden Tag erbarmungslos voll. Individuell nach Art ist es meist ausreichend 2-3 mal pro Woche größere Mengen zu füttern. Bei Raubwelsen ist es aber beispielsweise nicht unüblich nur einmal pro Woche zu füttern. Die Mengen sollten dementsprechend abgemessen sein.
Wenn die Tiere bereits sichtbar "gerundet" sind, reicht es die nächsten 2 Tage nicht mehr zu füttern. Eventuell auch nicht, wenn das Tier vielleicht am nächsten Tag bereits wieder schlank ausschaut.
Füttern Sie in Maßen, ausgewogen und nich unbedingt nach Plan. Anders sieht es natürlich bei Jungfischen aus. Hier ist eine tägliche Fütterung mind. einmal Pflicht, da sich die Tiere noch im Wachstum befinden.
